eisstock Schömberg

Was ist eigentlich „

Eisstockschießen“?

Freizeitvergnügen – Gesellschaftsspiel - Zeitvertreib

oder eine ernst zunehmende Sportart?

 

Es ist alles zugleich!

Der Eisstocksport geht auf einen alten Volksbrauch aus dem 16. Jahrhundert zurück. Ob die Anfänge in den Alpenländern, nach Skandinavien oder in die Niederlande zurückgehen, ist bis heute ein Expertenstreit.

 

Es fanden sich früher Arbeiter, Ärzte, Geistliche, Holzknechte, Handwerker - insbesondere Stellmacher, die Hersteller des sog. Wagnerstockes – zu Moarschaften zusammen, die nach

dem Moar, dem Major (dem Besseren) benannt wurden. Später fanden sich auch die Frauen und Mädchen zu diesem Sport zusammen.

Eisstockschießen ist also ein sehr alter Sport, aus dem sich über die Jahrhunderte ein echter Wettkampfsport entwickelte.

In der heutigen Zeit ist der Begriff Eisstockschießen oder auch

Eisstockspielen nur noch für die Kennzeichnung des Sportes maßgebend.

Man hat mittlerweile einen Ganzjahressport, für Winter auf Eis, wie auch im Sommer auf Asphalt, aus dem Eisstockspielen entwickelt.

Der Stocksport ist für Jung und Alt.

Das beste Einstiegsalter liegt so zwischen dem 12. und 13. Lebensjahr. Nach oben gibt es keine Begrenzung. Es gibt Spieler, die diesen Sport noch mit

mehr als 80 Lebensjahre ausüben.

Der Eisstocksport wird in drei Disziplinen unterteilt:

Dem Mannschaftsspiel, dem Zielschießen und dem Weitschießen.

 

Das Sportgerät

 

Zum Anfang jedoch ein Wort zum Eisstock (unserem Sportgerät).

Der Eisstock besteht aus einem Stockkörper, dem Griff und der Grundplatte, auf der eine Sommer- bzw. Winterlauf sohle befestigt wird.

Der Stockkörper besteht aus einem Stahlring mit einer Zwischenplatte und einer eingepressten bzw. eingeschäumten Kunststoffhaube. Diese drei Teile sind fest miteinander verbunden. Der Stiel kann aus Holz, Stahl oder armierten Kunststoff bestehen. Zur Verbindung von Stockkörper und Laufsohle ist am Stiel eine Gewindebuchse angebracht. Die Grifform

kann vom Spieler korrigiert werden. Die Grundplatte gibt es in Ausführung

en für Sommer- und Winterlaufsohlen.

Die Sommerlaufsohle besteht aus Kunststoff und wird auf die Grundplatte

verschraubt oder geklebt.

Es gibt sechs unterschiedlich abgestuft Arten von Laufsohlen.

Diese unterscheiden sich  durch eine farbliche Kennzeichnung.

Maßgebend für die Laufeigenschaft der Platten ist die sogenannte Shore - Härte.

Je höher die Shore - Härte einer Sommerlaufsohle ist, umso fester ist der Kunststoff und umso schneller läuft die Platte auf dem entsprechenden Untergrund.

Die Winterlaufsohle für Eisbahnen bestehen aus Gummi und sind auf die

Grundplatte geklebt oder vulkanisiert. Es gibt sie in 5 verschiedenen Abstufungen.

Wie bei der Sommerlaufsohle werden die Unterschiede der Platten durch eine farbliche Kennzeichnung des Belages optisch angezeigt, sowie durch die Shore - Härte vorgegeben.

Die farbliche Kennzeichnung ist für die Sommer- und Winterlaufsohle gleich.

 

Grün

sehr schnell

 

Schwarz

schnell

 

Grau

mittel

 

Gelb

langsam

 

Blau

sehr langsam

 

Die Einzelteil des Eisstockes sind so genormt, dass man von verschiedenen

Fabrikaten die Teile gegeneinander austauschen kann.

Das Gesamtgewicht des Eisstockes liegt bei ca. 4,3 kg.

 

Das Mannschaftsspiel

 

Das Mannschaftsspiel ist ein Spiel von 2 Mannschaften um die Bestlage von Eisstöcken zur Daube.

Eine Mannschaft besteht aus vier Spielern. Jeder Spieler hat pro Durchgang, beim Eisstockspielen Kehre genannt, einen Versuch. Ein Spiel besteht aus 6 Kehren. Ein Wettkampf mit anderen Mannschaft wird immer als Turnier durchgeführt, in dem jede Mannschaft gegen jede anzutreten hat.

 

Wie wird gespielt?

Das Spielfeld ist ca. 28 m lang und am Anfang und am Ende sind zwei Felder je 3 x 6 m groß eingezeichnet.

In der Mitte dieser Felder liegt die Daube (ein schwarzer Gummiring). Diese kann sich im Laufe des Spieles durch den Einfluss von den Eisstöcken verschieben. Sie muss jedoch mindestens das Spielfeld

berühren um gültig zu sein.

Wenn die Daube außerhalb des Spielfeldes liegt, wird sie wieder in die Mitte des Spielfeldes gelegt.

Es treten immer zwei Mannschaften gegeneinander an.

Der Mannschaftsführer einer Mannschaft spielt an und versucht seinen Stock möglichst nahe an die Daube zu legen. Schafft er es, wird er von seinen Mitspielern "laut gelobt". Bei der Gegenmannschaft löst dieses Anspiel Verzweiflung aus, denn ihr Moar (Mannschaftsführer) hat nun die Aufgabe, entweder den gegnerischen Stock weg zuschieben oder

seinen Stock noch näher an die Daube zu platzieren.

(Experten nennen dieses "abmaßen").

Schafft er das nicht, müssen nacheinander die anderen Mitglieder dieser

Mannschaft ihrerseits versuchen, "die Wende" zu bringen. Jedenfalls so lange, bis es einer geschafft hat, seinen Stock näher zur Daube zu platzieren oder was auch passieren kann, alle ihren Stock gespielt haben, ohne dass eine Änderung eingetreten ist. Danach ist die andere Mannschaft wieder am Spiel und versucht ihre Stöcke in Richtung der Daube zu platzieren. Nach jeder Kehre wird abgerechnet, wobei nur eine Mannschaft Punkte erhalten kann. Es zählt alles, was im Feld ist. Stöcke und Daube müssen nur die gekennzeichneten Begrenzungslinien berühren. Die Stöcke die am nächsten an der Daube liegen, werden gezählt, sofern sie nicht durch

gegnerische Stöcke unterbrochen werden.

Für den ersten Stock  erhält man drei Punkte, jeweils zwei Punkte für die folgenden Stöcke. Eine Mannschaft kann also im Höchstfall in einer Kehre 9 Punkte erringen.

Nach den sechs Kehren zählt jede Mannschaft ihre erzielten Stockpunkte

zusammen. Die Mannschaft mit den meisten Punkten, hat das Spiel gewonnen und bekommt 2 Gewinnpunkte.

Die meisten Wettkämpfe werden in unsere Region als Freundschaftsturniere veranstaltet.

Es gibt aber auch Kreis-, Bezirks, Landes-, Ober- und Bundesligen in Deutschland, sowie Europa- und Weltmeisterschaften.

Auch bei den olympischen Spielen wird der Eisstocksport Präsentiert.

 

Das Zielschießen

 

Das Zielschießen ist ein Wettkampf von Einzelspielern um die höchsten Punktzahlen. Es wird in vier Durchgängen ausgetragen. In diesen vier Durchgängen kann der Eisstockspieler zeigen wie gut er abmaßen,

schießen und aufschieben kann. Es ist ein Spiel, welches gute Nerven und ein hohes Gefühl für den Stock erfordert. Beim Zielschießen werden mit die schwierigsten Schuß möglichkeiten und Kombinationen gefordert.

In jedem Durchgang ist eine maximale Punkte Zahl von 50 Punkten möglich

 

1. Durchgang

Es müssen 6 Versuche ins Ziel, Richtung Spielfeldmitte abgegeben werden, bei denen der Stock des Spielers möglichst nahe an das Mittelkreuz gebracht werden soll.  

Es sind Ringe wie auf einer Zielscheibe auf dem Asphalt aufgemalt. Gewertet wird der innere Ring, den der Stock erreicht.

Die Ringe zählen von außen nach innen 2; 4; 6, 8; 10 Punkte.

 

2. Durchgang

Es werden 6 Versuche auf Zielstöcke abgegeben, die in markierten Kreisen im Spielfeld stehen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass diese Stöcke an den Rändern des Spielfeldes stehen. Die meisten Punkte erhält

der Spieler, wenn die zutreffenden Stöcke das Spielfeld verlassen und sein Stock im Spielfeld stehen bleibt.

 

3. Durchgang

Im 3. Durchgang werden je 3 Versuche ins linke hinter und dann ins rechte hintere Zielfeld abgegeben, bei denen der Stock des Spielers, wie im 1. Durchgang, möglichst nahe an die Zentren der Ringe gebracht werden muss.

 

4. Durchgang

Der vierte Durchgang ist der schwierigste beim Einzelschießen. Hier muss der Spieler Gefühl beweisen. Wie in den anderen 3 Durchgängen hat der Spieler 6Versuche. Mit den ersten 2 muss er jeweils die Zielstöcke so treffen, dass sein Stock möglichst nahe am Mittelkreuz zum stehen kommt. Mit den Versuchen 3 und 4 gilt es, die Zielstöcke so zu treffen, dass diese möglichst nahe am Mittelkreuz zum stehen kommen (Bringen oder Hinschieben).

Bei den Versuchen 5 und 6 gilt es, die Zielstöcke aus dem Ziel

ringen zu schieben, wobei für eine Wertung der Stock

des Spielers in den Zielringen verbleiben muss.

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